AT: Holocaust-Gedenken: Kirchen vereint gegen Rechtsextremismus

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Auschwitz. CC/c@rljones

Die Wiener Gedenkveranstaltung zum 70. Jahrestag der Befreiung des KZs Auschwitz (27. Jänner) sowie der Protest gegen die Abhaltung des Wiener Korporationsballs der Burschenschafter am selben Tag in der Wiener Hofburg wird auch von den Kirchen mitgetragen. Rechtsextreme Gesinnung ist mit christlichem Glauben nicht vereinbar, so der lutherische Bischof Michael Bünker im Gespräch mit “Studio Omega”. Er wird bei der Gedenkveranstaltung zum Holocaust-Tag am Freitag um 10 Uhr am Wiener Heldenplatz das Wort ergreifen.

Gerade jetzt, wo rechtsextremes Gedankengut wieder im Zunehmen ist, gelte es, ein deutliches Zeichen zu setzen, so Bünker. Er kritisierte u.a., dass der Korporationsball immer wieder auch von prominenten rechtsextremen Personen aus ganz Europa besucht werde.

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Wie der Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich, der rumänisch-orthodoxe Bischofsvikar Nicolae Dura, gegenüber “Studio Omega” sagte, spreche Bünker nicht nur im Namen der evangelischen sondern aller Kirchen im Land.

Die Präsidentin der Katholischen Aktion Österreich, Luitgard Derschmidt, rief gegenüber “Studio Omega” zur Wachsamkeit gegenüber Rechtsextremismus und Antisemitismus auf. Scharf kritisierte die KA-Präsidentin alle Versuche, latente Ausländerfeindlichkeit im Land für politische Zwecke zu missbrauchen.

Noch bis 28. Jänner läuft die “Gedenk- und Aktionswoche gegen Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus”, zu der ein breites Aktionsbündnis aufgerufen hat. Diesem gehören u.a. die Evangelische Kirche A.u.H.B., die Evangelisch-Theologische sowie die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Wien, der Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit, die Katholische Aktion, das Mauthausen Komitee Österreich, die Israelitische Kultusgemeinde und die Initiative Liberaler Muslime an.

Es sei unvorstellbar, wie sich Überlebende von Konzentrationslagern dabei fühlen, wenn ausgerechnet am Gedenktag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz rechtsextreme Burschenschafter ein rauschendes Fest feiern, sagte Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen-Komitee Österreich, im Vorfeld des Balls. Dass der Ball heuer zum letzten Mal in der Hofburg stattfindet, sei ein Beweis dafür, dass “Bürgerinnen und Bürger sowie NGOs, die sich engagieren, immer noch die beste Waffe gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sind”.