AT: Eucharistie: Lösung für konfessionsverschiedene Ehepaare gesucht

Bread and wine. CC/khrawlings

Tagung mit dem Thema “Ökumene – Begegnung von Angehörigen verschiedener christlicher Traditionen und Bekenntnisse” beschäftigte sich mit konfessionsverschiedenen Ehepaaren

Dass die Trennung der Kirchen für Eheleute, die verschiedenen Konfessionen angehören und nicht gemeinsam Eucharistie feiern können, besonders schmerzlich ist, wurde bei der am Mittwoch endenden Ökumene-Tagung in Innsbruck deutlich. Die evangelisch-lutherische Superintendentin Luise Müller wies darauf hin, dass in ihrer Diözese, die sich auf Tirol und Salzburg erstreckt, in manchen Gebieten bis zu 95 Prozent der evangelischen Christen konfessionsverschiedene Ehepartner haben. Hier brauche es endlich gemeinsame Lösungen, forderte Müller.

Der Innsbrucker Bischof Manfred Scheuer – in der Bischofskonferenz u.a. für Ökumene-Fragen zuständig – betonte im “Studio Omega”-Gespräch, dass sich die katholischen Bischöfe der Problematik durchaus bewusst seien. Er verwies auf das vatikanische “Ökumenische Direktorium” aus dem Jahr 1993, in dem geregelt sei, dass Nichtkatholiken in Einzelfällen zu den Sakramenten der Eucharistie, Buße und Krankensalbung zugelassen werden können bzw. der Empfang sogar empfohlen werde. Die jeweiligen örtlichen Bischofskonferenzen bzw. auch Ortsbischöfe sollten dazu entsprechende Regelungen erlassen. Auch die Österreichische Bischofskonferenz befinde sich derzeit im “Status der Beratungen”, so Scheuer. Er wolle einer Entscheidung nicht vorgreifen, das Thema stehe aber jedenfalls auf der Agenda.

Auch Kardinal Kurt Koch, Präsident des Päpstlichen Einheitsrates, gestand ein, dass die derzeitige Situation sehr schwierig und nicht befriedigend sei. “An konkreten Menschen prallen hier die Grundüberzeugungen verschiedener Kirchen aufeinander”, so Koch wörtlich im “Studio Omega”-Gespräch am Rande der Tagung. Die Not dieser Ehepaare sei für ihn stets eine besondere Motivation gewesen, sich in der Ökumene zu engagieren, so Koch. Es brauche endlich “tragbare Lösungen”, so der Kurienkardinal, ohne allerdings solche Lösungen konkret auszuführen.

Elisabeth und Klemens Betz von der “ARGE Ökumene” präsentierten im Rahmen der Tagung Visionen ihrer Initiative, wonach die “gemeinsame Erfahrung des gemeinsamen Herrenmahls” als “Zeichen der Versöhnung” wirken könne und die Kirchen näher zueinander führe. Freilich unterstrichen auf der Tagung u.a. Kardinal Koch und Bischof Scheuer die anderslautende offizielle katholische Position, wonach die Eucharistiegemeinschaft die Kirchengemeinschaft zur Voraussetzung habe.

Eigentlich “konfessionsverbindend”

Die “ARGE Ökumene” ist eine Gemeinschaft konfessionsverschiedener Paare und deren Familien. Wie Klemens Betz betonte, wolle man aber lieber von “konfessionsverbindenden” Ehepaaren sprechen. Der Katholik wies u.a. auf eine Aussage von Papst Benedikt XVI. hin, wonach die “konfessionsverschiedene Familie zur Herausbildung einer praktischen Werkstätte der Einheit führen” könne.

Wie Elisabeth Betz unterstrich, die der lutherischen Kirche angehört, sei sie von katholischen Priestern immer wieder zum Kommunionempfang eingeladen worden. Eine Einladung, die sie in der Regel aber nicht angenommen habe. Sie wolle sich “nicht hineinschmuggeln”, sondern klare offizielle Regelungen, so Betz. Die Nichtteilnahme an der Eucharistie sei für sie stets ein sehr schmerzhaftes Erlebnis.

Die Tagung an der Katholisch-Theologischen Fakultät Innsbruck stand unter dem Motto “Ökumene – Begegnung von Angehörigen verschiedener christlicher Traditionen und Bekenntnisse” und ging am Mittwoch zu Ende.