AT: Neues ökumenisches Frauen-Netzwerk im Entstehen

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CC/joaobambu

In Österreich ist ein Netzwerk von Frauen im Entstehen, die sich auf bundesebene ökumenisch engagieren wollen. Die Initiative dazu geht von der lutherischen Oberkirchenrätin Hannelore Reiner aus. Sie begründet in einer Stellungnahme die Initiative mit der Notwendigkeit, Frauen mehr Gestaltungsmöglichkeiten in den Kirchen zu ermöglichen. Vor allem wolle man auch ein Sprachrohr für junge Frauen unter 30 sein. Ein erstes Netzwerk-Treffen fand vor kurzem in Wien statt.

Der weibliche Anteil in den Pfarrgemeinderäten in der katholischen Kirche bzw. in den Presbyterien in der evangelischen Kirche liege vielerorts schon bei 50 Prozent und darüber. Nun gehe es darum, “dass auch die Leitungsämter auf diözesaner Ebene mehr und mehr von Frauen besetzt werden”, so Reiner. Das Netzwerk wolle dazu als “Think Tank” unterstützend wirken.

Die erschreckend hohe Zahl der von den Kirchen Ausgetretenen innerhalb der letzten Jahre betreffe auch Frauen, speziell junge Frauen. Daher sollen für das nächsten Netzwerk-Treffen, das für den Spätherbst 2012 geplant ist, Frauen unter 30 eingeladen werden, “um deren Wünsche und Anliegen zu hören und entsprechend in die jeweiligen Kirchenleitungen und Organisationen einzubringen”.

Schließlich gehe es auch darum, den ökumenischen Einrichtungen und Initiativen in Österreich ein deutlich weiblicheres “Gesicht” zu geben, etwa bei ökumenischen Gottesdiensten oder auch in der Zusammensetzung von Gremien, so Reiner.

An dem ersten Netzwerk-Treffen in Wien nahmen Frauen aus der katholischen, evangelischen und anglikanischen Kirche teil; u.a. die Vorsitzende der Vereinigung der Frauenorden Österreichs, Sr. Kunigunde Fürst, die katholische Sozialexpertin Gabriele Kienesberger, die anglikanische Pastorin Aileen Hackl, Evelyn Martin von der Wiener Geschäftsstelle der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) und die evangelischen Entwicklungshilfeexpertin und Pfarrerin Barbara Heyse-Schäfer.