Welt: Unruhen in Nigeria: Bürgerkrieg nicht ausgeschlossen

Nigeria CIA map PL Welt: Unruhen in Nigeria: Bürgerkrieg nicht ausgeschlossenDie Lage in Nigeria ist explosiv und die Situation verworren. Die Partnerkirche von mission 21 im Nordosten des bevölkerungsreichen, multiethnischen Staates sieht ihre Bemühungen um das friedliche Zusammenleben der Menschen akut gefährdet.

Mit der Bluttat am Weihnachtstag vor allem auf christliche Kirchen in verschiedenen Städten Nigerias löste die islamistische Sekte Boko Haram erstmals weltweit Entsetzen aus. Nigeria ist ein multiethnischer, an Erdölvorkommen reicher Staat und mit seinen 158 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land Afrikas. «Die Situation ist äusserst kompliziert», so Jochen Kirsch, Programmverantwortlicher für Nigeria bei mission 21. Die weitere Entwicklung sei völlig unklar: «Selbst ein Bürgerkrieg wäre nicht auszuschliessen.»

Material

PDF: Augenzeugenbericht

PDF: mission 21 zur Situation in Nigeria

Regierung streut Salz in die Wunden

«Unsere Partner in Nordostnigeria beschreiben die gegenwärtige Situation als äusserst kritisch», sagt Kirsch: «Die Menschen in Mubi haben Angst. Sie flüchten in ihre Häuser und meiden Menschenansammlungen, zum Beispiel den Markt oder den Gottesdienst.» Das Verhalten der Regierung trage nicht gerade zur Beruhigung bei: Während einerseits das Polizei- und Militäraufgebot massiv erhöht wird, erklärte der nigerianische Präsident Goodluck Jonathan andererseits am vergangenen Wochenende vor laufender Kamera, er gehe davon aus, dass sowohl sein ministeriales Kabinett als auch die Sicherheitskräfte von Anhängern der islamistischen Sekte Boko Haram durchsetzt seien.

Nigerianische Partnerin ist eine Friedenskirche

Die Kirche der Geschwister in Nigeria (EYN), eine aus der Tradition der Anabaptisten (Wiedertäufer) hervorgegangene Friedenskirche, ist Partnerin von mission 21 in Nigeria. Sie hat ihren geografischen Schwerpunkt im Nordosten des Landes. Die Geschwisterkirche hat wesentlich zu einem vertrauensvollen Klima zwischen den Kirchen und den muslimischen Gemeinschaften in der Region um die Stadt Mubi beigetragen. Und sie gestaltet die gute Zusammenarbeit zwischen den religiösen und staatlichen Institutionen wesentlich mit, die sich für das friedliche Zusammenleben der Menschen einsetzen. «Die Übergriffe sind für die EYN deshalb besonders schmerzhaft und gefährden ihre Arbeit», sagt Jochen Kirsch.