Welt: Sahel: Vorsorge mildert Hungerkrise

Food for Work Niger Welt: Sahel: Vorsorge mildert Hungerkrise

Frauen im Niger in einem "Food for Work"-(Nahrungsmittel für Arbeit)-Projekt der Partnerorganisation der Diakonie Katastrophenhilfe. Foto: Rainer Lang

Hilfswerk beurteilt Lage als ernst – Ernteausfall wegen Dürre

Die Lage in der westafrikanischen Sahelzone ist nach Einschätzung der Diakonie Katastrophenhilfe ernst. Wegen lang anhaltender Dürre ist die Ernte vielerorts ausgefallen. „Ohne Zweifel verschärfen Klimawandel und Konflikte in der Region die Situation. Im Sahelgebiet herrscht eine Hungerkrise“, sagte Martin Kessler, Leiter der Programmabteilung des evangelischen Hilfswerks. Er ist gerade aus dem Dürregebiet zurückgekehrt. Dort leistet das Hilfswerk Unterstützung.

Kessler sagte: „Mit Vorsorgemaßnahmen, wie Hilfen für besonders Bedürftige, Verteilung von Saatgut oder Bezahlung von Arbeit für das Gemeinwesen mit Nahrungsmitteln oder Geld, wollen wir die Abwanderung aus den Dörfern während der Dürre verhindern und die nächste Ernte sichern“. Eine Delegation der Diakonie Katastrophenhilfe besuchte drei Länder in der Sahelzone: Burkina Faso, Niger und Tschad. Dort stimmte sich Kessler, der für eine differenzierte Analyse der Krise plädiert, auch mit Partnern im globalen kirchlichen Hilfsnetzwerk ACT Alliance ab.

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Nach Ansicht Kesslers würde eine großflächige Verteilung von Nahrungsmitteln die lokalen Märkte aus dem Gleichgewicht bringen. Ebenso würden traditionelle Anpassungsstrategien der Bevölkerung beeinträchtigt, wie das Sammeln von Samen und Früchten sowie der Verkauf von proteinreichen Insekten und von Handwerksprodukten.

Kessler gibt zu bedenken, dass die Vorräte vielfach aufgebraucht sind. Auch wenn es noch Viehbestände gibt, ist die Ernährungslage kritisch: Die Zahl unterernährter Kinder steigt, die Menschen essen unter anderem Heuschrecken und Blätter. Die Lage wird sich verschärfen, da die nächste Ernte erst ab Oktober eingefahren werden kann. Die Preise von Grundnahrungsmitteln haben sich verdoppelt. Viele sind zu arm, um sich etwas zu kaufen.

Die Diakonie Katastrophenhilfe bittet um Spenden, Stichwort „Hungerhilfe Sahel“.

Diakonie Katastrophenhilfe: Konto 502 502, Evang. Darlehensgenossenschaft, BLZ 2106 0237 oder online hier

Caritas international: Konto 202, Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe, BLZ 660 205 00 oder
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