“Diakonie ist nur Diakonie, wenn sie sich als Teil der Kirche versteht”

friedrich johannes Diakonie ist nur Diakonie, wenn sie sich als Teil der Kirche versteht

Landesbischof Johannes Friedrich, Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern, www.bayern-evangelisch.de

Landesbischof Johannes Friedrich zur Einführung von Michael Bammessel als neuem Präsidenten des Diakonischen Werks Bayern

Der christliche Glaube darf nicht nur aus Worten bestehen. Der Dienst am Nächsten, der auch in vielen diakonischen Einrichtungen geleistet wird, sei eine notwendige Konkretion des christlichen Glaubens, so Landesbischof Johannes Friedrich heute im Gottesdienst zur Einführung von Michael Bammessel als neuem Präsidenten des Diakonischen Werkes Bayern in der Nürnberger Kirche St. Sebald. Wo allerdings der Glaube als Ausgangsbasis diakonischen Handels fehle, drohe die Diakonie “zum reinen Dienstleistungsbetrieb” zu werden, warnte Friedrich in seiner Einführungsansprache. Diakonie sei nur dann Diakonie, “wenn sie sich deutlich als Teil der Kirche versteht und danach handelt”.

“Mit zunehmendem Unbehagen” beobachte er, so Friedrich, dass sich einige diakonische Einrichtungen nur “sehr lose mit der Kirche verbunden fühlen” und sich eher als “professionelle Dienstleistungsunternehmen verstehen”. Auch einige Kirchengemeinden und Dekanate würden ihre diakonischen Einrichtungen auslagern und nur wenig Verbindung zu ihren Diakonievereinen pflegen. “Wenn die Bindung zwischen Kirche und Diakonie immer loser wird – bis hin zur Auflösung -, dann haben wir einen wesentlichen Anteil unseres kirchlichen Auftrags verfehlt”, kritisierte der Landesbischof.

Darum sei es wichtig, dass an der Spitze der bayerischen Diakonie mit Michael Bammessel jemand stehe, der die enge Verbindung zwischen Kirche und Diakonie “in sich trägt und diese Verbindung lebt”, betonte Friedrich und erinnerte an das starke diakonische Engagement Bammessels in seiner Zeit als Gemeindepfarrer in Nürnberg Gostenhof, als Stadtdekan in Nürnberg und Mitglied der Landessynode.