D: “Interreligiösen Dialog stärken”

800px Grabmal Enno in der Grossen Kirche von Emden41 D: Interreligiösen Dialog stärken

Grosse Kirche Emden. CC/Wikimedia/Matthias Süssen

Dachverband der Reformierten in Deutschland tagt in Emden

Der Reformierte Bund in Deutschland will den interreligiösen Dialog stärken. Der Moderator (Vorsitzende) des Dachverbands der zwei Millionen evangelisch-reformierten Christen, Peter Bukowski aus Wuppertal, sagte vor der Hauptversammlung in Emden, dass ein Blick auf eine Erdkarte über die Religionszugehörigkeit die Dringlichkeit des Themas aufzeige. Besonders wichtig sei der Dialog mit dem Islam. Bukowski sagte: “Wir müssen in den Kirchengemeinden vor Ort umgehen können mit einer Gesellschaft, die von unterschiedlichen Religionen getragen wird.”

Die Hauptversammlung des Reformierten Bundes (RB) begann am Freitag. 29. September in Emden (Ostfriesland). In die dortige Johannes a Lasco Bibliothek kamen etwa 150 Menschen aus ganz Deutschland. Darunter waren auch internationale Gäste aus Dänemark, den Niederlanden, der Schweiz und Südafrika, unter anderen der Präsident und Generalsekretär der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen (WGRK), Jerry Pillay aus Südafrika und Setri Nyomi aus Genf. Zum Reformierten Bund in Deutschland gehören etwa 350 Kirchengemeinden in den evangelisch-reformierten Landeskirchen und aus unierten Landeskirchen wie Rheinland und Westfalen sowie etwa 600 Einzelpersonen. Der Verein hat seinen Sitz in Hannover.

Als zweites brennendes Thema reformierter Theologie bezeichnete Bukowski in seinem Bericht die Frage nach politischer und sozialer Gerechtigkeit. Diese stelle sich unverändert mit Blick auf das eigene Land ebenso wie in weltweiter Perspektive. Bukowski nannte es in Fällen gesellschaftlicher Ungerechtigkeit eine Aufgabe der Kirche, “die richtigen Fragen zu stellen”. Vor acht Jahren sei der Reformierte Bund dem Globalisierungsbündnis Attac beigetreten. Dessen Forderung nach einer internationalen Finanztransaktionssteuer stehe heute auf der politischen Tagesordnung der Regierenden, unter anderem auch bei Bundeskanzlerin Merkel.