D: Bischofschat zum Buß- und Bettag

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Bischof Martin Hein, medio.tv/Böttcher, www.ekkw.de

«Genug ist genug» – Bischof Hein chattet mit mehr als 30 Teilnehmern

(medio). «Was brauchen wir wirklich zum Leben?» und «Wo muss sich wirklich etwas ändern, damit die Erde keinen Schaden nimmt?» – diesen und weiteren Fragen stellte sich Bischof Prof. Dr. Martin Hein im einstündigen «Bischofschat» mit mehr als 30 Teilnehmern am Montagabend auf busstag.de. Die Antworten gab der Bischof im Sekundentakt und viele Teilnehmer stimmten ihm zu: «Es werden zu viele Lebensmittel weggeworfen», meinte Tom, andere sprachen die Schuldenkrise und die Umweltzerstörung an – um nur einige Themen zu nennen, die die Chatter in die Debatte warfen. Der Bischof zeigte sich flexibel und nahm zu vielen Punkten Stellung.

Bischof Hein für europäische Finanzpolitik / Beten gegen die Angst
Angesprochen auf die Finanzkrise bekannte der Bischof, dass er selbst Schwierigkeiten habe, den Überblick zu behalten. Allerdings glaube er nicht, dass eine gerechtere Verteilung von selbst gelingt. Er votierte demgegenüber für ordnungspolitische Maßnahmen und sprach sich für Transfersteuern, die Begrenzung des Einflusses von Ratingagenturen sowie eine gemeinsame europäische Finanzpolitik aus. Viele Chatter bekannten ihre Ohnmacht angesichts riesiger Schuldenberge. Heidi sagte: «Ich bete gegen die Angst, das hilft zwar nicht immer, aber es ist beruhigend, das man sich an Gott wenden kann.» Bischof Hein forderte die Teilnehmer auf, auch darum zu beten, «dass die Verantwortlichen klaren Kopf behalten».

Material
Audio: Beitrag zum Buß- und Bettag von medio!-Reporter Torsten Scheuermann
Web: busstag.de
PDF: Kanzelabkündigung Bischof Hein
PDF: Arbeitshilfe der EKKW 

Sympathien für Occupy – Bewegung / Wie können wir der Erde helfen?
Positiv im Chat wurden die Aktionen der Occupy – Bewegung in Frankfurt und Berlin bewertet. Bischof Hein sagte: «Ich war vor drei Wochen eigens vor der Europäischen Zentralbank in Frankfurt, um mir die Aktionen dort persönlich anzuschauen. Ich war da, um zu hören, was andere bewegt.» Hein bekannte seine Sympathien für die Bewegung und nannte sie ein wichtiges Signal, angesichts der oft hilflosen Wut. Positiv wurde von den Chattern das Motiv der diesjährigen Buß- und Bettagskampagne aufgenommen, das die Erde zeigt, die von einer Schraubzwinge ausgepresst wird.

«Was brauchen wir für ein erfülltes Leben?»
Zum Schluss ging es in dem einstündigen Gespräch um die Frage «Was brauchen wir wirklich für ein erfülltes Leben?» – Die Teilnehmer waren sich einig: «Liebe gehört dazu, Gesundheit, Freude und Gott». Andere meinten: «Zufriedenheit, Entschleunigung und Solidarität». Und Bischof Hein ergänzte: «Das Entscheidende ist die Erfahrung, dass ich so sein darf, wie ich bin und dass Gott mich so liebt!»

Erfolgreiche Kampagne zum Buß und Bettag
Der Chat bildete einen wichtigen Teil der diesjährigen Buß- und Bettagskampagne unter dem Motto «Genug ist genug!». Mit Gottesdiensten, Zeitungsanzeigen, Radiospots und dem Internetangebot auf www.busstag.de setzte die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) in diesen Tagen ein Zeichen zur Selbstbesinnung. So beteiligten sich zahlreiche Internetnutzer in den interaktiven Bereichen der Internetseite, trugen sich in die Gebetsforen ein, oder stimmten bei der Umfrage «In welchem Bereich halten Sie ein Umdenken aktuell am dringendsten für erforderlich?» ab.

«Angesichts von Schuldenkrise und unsicherer Zukunft spricht die Kampagne ein Thema an, das viele Menschen beschäftigt», sagte Pfarrer Christian Fischer, Internetbeauftragter der EKKW, nach dem Chat am Montag. Die Resonanz zeige, dass viele Menschen eine große Wut darüber in sich tragen, wie mit den endlichen Ressourcen umgegangen wird und dass sie zu einem Umdenken bereit sind. Die Kirche sei genau der richtige Raum, darüber untereinander und mit Gott ins Gespräch zu kommen. Dies zeigten auch die Reaktionen auf Facebook, wo die Kirche erstmals eine eigene Aktionsseite unter www.facebook.com/busstag eingerichtet hatte. Die Kampagne erreichte am Buß- und Bettag ihren Höhepunkt, als in zahlreichen Gottesdiensten die Menschen zum Gebet zusammen kamen.