D: Ökumeniches Taizé-Jugendtreffen in Berlin sucht “neue Wege der Solidarität”

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Berlin Alexander Platz. CC/Werner Kunz.

Studio Omega – 30.000 junge Erwachsene werden zum Jahreswechsel in Berlin zum bereits 34. Taizé-Treffen erwartet. Die jungen Menschen aus ganz Europa und von den anderen Kontinenten werden von den Kirchen und Einwohnern Berlins aufgenommen, “um mit neuem Elan nach neuen Wegen der Solidarität zu suchen”, wie es in einer Aussendung der Taizé-Gemeinschaft heißt. Gemeinsame Gebete und Nachdenken über verschiedene Themen des geistlichen, sozialen, künstlerischen, politischen und wirtschaftlichen Lebens seien die wesentlichen Elemente dieses Treffens, das erstmals in der deutschen Hauptstadt stattfindet.

Die Gemeinschaft von Taizé veranstaltet seit 1978 jedes Jahr über Silvester ein Jugendtreffen in einer europäischen Großstadt. Berlin ist nun bereits die 34. Etappe dieses “Pilgerweg des Vertrauens”

Bei der Ankunft erhalten die Teilnehmer einen Brief von Frère Alois Löser, dem Prior der “Communauté de Taizé”. Darin schreibt er u.a.: “Zwischenmenschliche Solidarität ist von jeher notwendig, sie braucht aber ständige Erneuerung, eine Verjüngung durch neue Ausdrucksweisen”. Jeden Vormittag werden die Jugendlichen in 160 Kirchengemeinden zusammenkommen und mit ihren Gastgebern über die einzelnen Themen des Briefes nachdenken.

An den Nachmittagen des 29. und 30. Dezembers stehen fünfzehn verschiedene Thementreffen zur Auswahl; in einem davon werden zwei Brüder der Gemeinschaft über das Leben und die Vision Frère Roger Schutz’, des Gründers der “Communauté de Taizé” (1915-2005), sprechen. An anderer Stelle können die Teilnehmer vor Ort Zeugen aus der Zeit der Berliner Mauer begegnen, einen Freiwilligendienst für Flüchtlinge näher kennenlernen oder ein Konzert besuchen.

Auf dem Programm stehen zudem Begegnungen mit Vertretern von Judentum und Islam sowie im Bundestag mit Politikern wie Wolfgang Thierse (SPD) und Katrin Göring-Eckardt (Grüne).

Am Nachmittag des 31. Dezember treffen sich alle Teilnehmer nach Herkunftsländern, um zusammen mit Brüdern aus Taizé zu überlegen, wie jeder zu Hause den “Pilgerweg des Vertrauens” fortsetzen und neue Wege der Solidarität beschreiten kann.

Jeden Tag um 13.15 Uhr und 19 Uhr kommen alle zum gemeinsamen Gebet auf das Berliner Messegelände, wo vier große Messehallen eigens dafür gestaltet werden.

Zwei Wochen vor Beginn des Treffens werden noch Unterkünfte für rund 7.000 Teilnehmer gesagt, sagte der Taizé-Sprecher, Frère Han-Yol, am Freitag auf Anfrage in Berlin. Der aus Korea stammende Taizé-Bruder betonte, die Gäste bräuchten nur einen warmen Platz für Schlafsack und Isomatte.

Die “Communauté de Taizé” in der gleichnamigen Gemeinde in der französischen Region Bourgogne (Burgund) gilt als Symbol der ökumenischen Bewegung. Die von Frère Roger Schutz (1915-2005) gegründete ökumenische Bruderschaft ist Treffpunkt für Jugendliche aus der ganzen Welt. Ihr gehören rund 100 Männer aus mehr als 25 Ländern an, die aus verschiedenen evangelischen und der katholischen Kirche stammen.