D: Braunschweig: Für Kooperation von Staat und Kirche

Portraet Dr Haseloff 2009 D: Braunschweig: Für Kooperation von Staat und Kirche

Dr. Reiner Haseloff, Ministerpräsident Sachsen-Anhalt. CC/Wikimedia/Holwegener

Ministerpräsident Haseloff betont Bedeutung des Christentums für die Gesellschaft

Braunschweig. Angesichts von Kritik an den bestehenden Staatskirchenverträgen und den Staatsleistungen der Bundesländern an die Kirchen hat sich der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Dr. Reiner Haseloff, für eine Fortführung der Kooperation zwischen Staat und Kirche eingesetzt. Beim „Abend der Begegnung” der Landeskirche Braunschweig betonte er am Mittwoch, 25. Januar, dadurch werde ein wichtiger „Dienst an der Gesellschaft und am Nächsten” ermöglicht. Die Kirche habe als „Sauerteig” eine sinngebende Funktion. Und ohne das christlich-jüdische Menschenbild seien weder das Grundgesetz noch die Länderverfassungen im Letzten zu erklären. Dort werde das Gemeinwesen und das politische Handeln in der Verantwortung vor Gott und den Menschen verankert.

Haseloff bezeichnete Niedersachsen und Sachsen-Anhalt als gemeinsamen Kulturraum mit einer langen gemeinsamen Geschichte. Die Wunde der deutschen Teilung und der Mauer werde je länger desto mehr von einem „hoffnungsvollen grünen Band” geheilt. Die ehemaligen Grenzgebiete hätten heute als Naturreservate eine neue Bedeutung. Vor diesem Hintergrund sollten auch die alten Braunkohlebereiche zwischen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt renaturiert werden, warb der Ministerpräsident. Indem man sie touristisch erschließe könnten auch viele neue Arbeitsplätze entstehen, so Haseloff.

Landesbischof Weber erinnerte in seiner Andacht zur Jahreslosung 2012 daran, dass Gottes Kraft in den Schwachen mächtig sei. Deswegen seien für kirchliches Handeln die Schwachen das Maß: „Das zeichnet unsere Tradition, auch unsere Rechtstradition aus.” Die sichtbare Stärke sei für den Glauben nicht das Maß: „Wir haben vor Augen – gerade auch dieser Tage –, was aus Mächtigen werden kann.” Sich an den Schwachen zu orientieren sei wichtig, um ein ethisches Bewusstsein zu entwickeln, auch wenn das nicht unbedingt mehrheitsfähig sei. Vor diesem Hintergrund zeigte er sich dankbar, dass es in den vergangenen Monaten unter anderem gelungen sei, humanitäre Lösungen für Flüchtlinge zu finden und dass Christen gegen „menschenverachtende Parolen” und Aufmärsche der NPD Flagge gezeigt hätten.

Zum „Abend der Begegnung” der Landeskirche waren rund fünfhundert geladene Gäste aus Politik und Wirtschaft, Kirche und Gesellschaft, Wissenschaft und Kultur in die Klosterkirche nach Braunschweig-Riddagshausen gekommen.

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