D: Nordelbien: “Keine Gentechnik auf Kirchenland”

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CC/Kat…B

Die Nordelbische Kirchenleitung hat den Kirchenvorständen der Gemeinden empfohlen, bei künftigen Landpachtverträgen ein Gentechnik-Verbot zu berücksichtigen.

„Die Kirchenleitung hält die Folgen beim Anbau von genetisch verändertem Saat- und Pflanzengut für nicht hinreichend abschätzbar“, heißt es in dem Beschluss. In neuen Landpachtverträgen möge daher ein Zusatz aufgenommen werden, in dem es heißt: „Gentechnisch veränderte Organismen (GVO) in Form von Saat- und Pflanzengut dürfen auf den Pachtflächen nicht ausgesät oder angepflanzt werden.“

Vorausgegangen war eine entsprechende Beschlussempfehlung des Kirchenleitungsausschusses für Umwelt und Nachhaltigkeit.

„Grundlage einer kirchlichen Beurteilung der Gentechnik ist unsere christliche Überzeugung, dass die Mitwelt nicht bloß etwas Vorhandenes, sondern etwas von Gott Geschenktes ist“, so Propst Dr. Karl-Heinrich Melzer, zweiter stellvertretender Vorsitzender der Kirchenleitung und Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt und Nachhaltigkeit. „Sie ist uns zum Bebauen und Bewahren anvertraut.“ Der Umweltbeauftragte der Nordelbischen Kirche, Dr. Thomas Schaack ergänzt: „Über dieses Thema muss sorgfältig diskutiert werden.“ Die Kirchenleitung werde ihre Empfehlung daher spätestens alle fünf Jahre überprüfen.

Die Kirchenleitung setzt mit ihrem Beschluss ein deutliches Zeichen, das den Diskussionsprozess über den Einsatz von gentechnisch veränderten Organismen in der Landwirtschaft befördern soll. Derzeit gibt es in Nordelbien rund 11.600 Hektar Kirchenland – dies entspricht etwa ein Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche Schleswig-Holsteins. Die Leitungen der Landeskirchen in Mecklenburg und Pommern, mit denen die Nordelbische Kirche am Pfingstsonntag die Nordkirche gründen wird, haben bereits vergleichbare Empfehlungen beschlossen.