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Evangelische Hilfswerke erwarten aktive Rolle Deutschlands und der EU
„Brot für die Welt“ und der Evangelische Entwicklungsdienst (EED) haben die Bundesregierung aufgefordert, auf dem morgen beginnenden Rio+20-Gipfel Handlungsfähigkeit zu beweisen. Beide Entwicklungswerke sind als Beobachter vor Ort. Die Vorverhandlungen haben deutlich gemacht, dass der Rio-Prozess in einer schweren Krise steckt. Die Staaten sind derzeit weit von einem konstruktiven Kompromiss entfernt.
„Diese Konferenz muss ein deutliches Zeichen setzen, dass die Staaten bereit sind, die Überlebensfragen der Menschheit anzupacken: Bewahrung eines lebensfreundlichen Ökosystems und entschiedener Einsatz gegen Armut und Hunger“, sagte EED-Vorstand Claudia Warning. „Wir beobachten aber mit großer Sorge, dass sich bei den Vorverhandlungen in Rio die EU und die G77+China blockieren und andere wichtige Länder wie die USA und Kanada sich Verpflichtungen ganz entziehen wollen. Die Industrieländer müssen endlich das 1992 in Rio vereinbarte Prinzip der gemeinsamen, aber unterschiedlichen Verantwortung umsetzen und auf die Entwicklungsländer zugehen.“
„Wir appellieren an die EU, Handlungsfähigkeit zurückzugewinnen und mit konkreten Angeboten auf die klimapolitisch ambitionierten Entwicklungs- und Schwellenländer zuzugehen. Von unseren Ministern Altmaier und Niebel erwarten wir, dass sie ihr politisches Gewicht einbringen, damit die EU aus der Defensive herauskommt. Ohne verbindliche Ziele und Zeitpläne, die an die Millennium-Entwicklungsziele anknüpfen, ohne eine Stärkung der UN-Institutionen für Nachhaltigkeit und ohne die Unterstützung der Entwicklungsländer bei der Umsetzung droht in Rio ein Misserfolg, unter dem die Armen am meisten leiden werden“, so Cornelia Füllkrug-Weitzel, Direktorin von „Brot für die Welt“.







