D: Tagung des EmK-Kirchenparlaments in Öhringen und Heilbronn

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Öhringen, WikimediaCommons/Markus Hassler

ÖHRINGEN/FRANKFURT am Main – 23. Mai 2011 – Die Arbeitstagung der Süddeutschen Jährlichen Konferenz, des Kirchenparlaments der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Süddeutschland, ging am Samstag in Öhringen zu Ende. Am Schlusstag nahm die Konferenz u.a. einen Notfallplan für Opfer sexueller Gewalt entgegen und verabschiedete eine Resolution, mit der die Bundesregierung aufgefordert wird, dafür einzutreten, dass alle noch in Deutschland lagernden Atomwaffen abgezogen werden.

Das in der Öffentlichkeit viel diskutierte Thema „Sexuelle Gewalt und Missbrauch in der Kirche“ wird in der EmK seit Jahren offensiv und transparent kommuniziert. Schon seit längerem ist für haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter ein Verhaltenskodex eingeführt, der von allen Mitarbeitern in der Kinder- und Jugendarbeit unterzeichnet werden muss. Jetzt hat die Konferenztagung einen Notfallplan für Opfer sexueller Gewalt entgegengenommen, der konkrete Hilfe gibt, um im Notfall angemessen reagieren zu können. Darüber hinaus wurde vom Kinder- und Jugendwerk eine Broschüre mit ausführlichen Leitlinien für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in der EmK veröffentlicht. Sie enthält praktische Anregungen, die im Umgang mit Kindern und Jugendlichen Sicherheit geben soll. U.a. werden dabei besonders die Themen Gewalt und sexueller Missbrauch angesprochen, aber auch der Umgang mit Alkohol u.v.m.

Die während der Konferenztagung diskutierte und verabschiedete Resolution zum Abzug der noch in Deutschland befindlichen Atomwaffen endet mit den Worten: „Beginnen Sie unverzüglich, die Modalitäten für den Abzug der verbliebenen Nuklearwaffen mit der amerikanischen Regierung festzulegen! Setzen Sie ein Zeichen für den in den Koalitionsverhandlungen bekundeten Willen, aktiv an einer weltweiten Abrüstung mitzuwirken! Wir sind uns sicher, dass wir als Kirche mit diesem Wunsch nicht alleine stehen.“ Rosemarie Wenner, die Bischöfin der EmK in Deutschland, wird diese Resolution zusammen mit einem Begleitschreiben an die Bundeskanzlerin und an die Fraktionsvorsitzenden im Bundestag senden.

Der vor vier Jahren eingeleitete Prozess der Regionalisierung, bei dem Gemeinden in regionalen Verbünden zusammenarbeiten, wurde erneut diskutiert. Eine kleiner werdende Kirche muss ihre Strukturen anpassen und das Personal effektiv einsetzen, um damit finanzielle Entlastungen zu erzielen, die Folgen der Personalreduzierung abzufedern und die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter zu entlasten. „Alles hat aber zum Ziel, die Mission der Kirche zu stärken“ so Superintendent Wolfang Rieker (Nürnberg).

Für einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen wurde den Kirchengemeinden eine sogenannte Beschaffungsordnung vorgelegt, die unter ökonomischen, ökologischen und sozialen Gesichtspunkten Leitlinien für die Gebäudeeinrichtung und die Materialbeschaffung vermittelt.

Aufgrund einer auffälligen Zahl von Dienstausfällen in der Pastorenschaft mit Verdacht auf Burnout hat die Konferenz den Zwischenbericht einer Arbeitsgruppe zur Kenntnis genommen und eine unter wissenschaftlicher Anleitung erstellte Umfrage zur Arbeitszufriedenheit unter den Hauptamtlichen der Süddeutschen Konferenz auf den Weg gebracht. Diese Umfrage wird unter allen Hauptamtlichen im pastoralen Dienst der EmK in Süddeutschland bis Mitte Juni durchgeführt und im Verlauf des Jahres 2011 ausgewertet.

In ihren Beratungen über Finanzen bestätigt das Kirchenparlament eine Vorlage des EmK-Kirchenvorstands, die zum Ziel hat, die Altersversorgung der Ruhestandspastoren neu zu regeln. Über einen längeren Zeitraum bis ins Jahr 2060 soll die Versorgung der Ruhestandspastoren bis zur Hälfte auf eine kapitalgedeckte Versorgung umgestellt werden. In den vergangenen drei Jahren hat eine Sonderaktion in den süddeutschen EmK-Gemeinden bereits einen Betrag von fast 2 Millionen Euro ergeben, mit dem der kapitalgedeckte kirchliche Versorgungsfont aufgestockt wurde.

Die Konferenztagung fand am Sonntag mit einem Gemeindetag im Intersport-Messezentrum „redblue“ in Heilbronn mit über 2000 Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ihren Abschluss.

 

Die Resolution zum Abzug der Atomwaffen im ganzen Wortlaut

 

Medienwerk der Evangelisch-methodistischen Kirche
Klaus Ulrich Ruof