CH: Klare Regeln für Sigristin und Hauswart

800px Murten 7659 CH: Klare Regeln für Sigristin und Hauswart

Murten/Morat. CC/Wikimedia/Badener

Künftig wird in den reformierten Kirchgemeinden zwischen den Aufgaben einer Sigristin und denen eines Hauswarts unterschieden. Neu geregelt werden die Zusammenkünfte der Synode: Das Kirchenparlament soll in Zukunft fünf Mal im Jahr tagen. Die Synoden sollen aber kürzer werden.

Die reformierte Kirchenordnung von 1997 bezeichnet Sigristinnen und Sigristen als kirchliche Mitarbeitende, die für die Pflege der Kirchen und Anlagen zuständig sind und den Gottesdienstbesuchenden helfen. Zurzeit wird diese Ordnung revidiert. Danach wird unterschieden zwischen den „geistlichen“ Aufgaben des Sigristen im Zusammenhang mit dem Gottesdienst und den „praktischen“ der Hauswartin in der Pflege der Anlagen. Beide sollen freundliche Ansprechpersonen sein. Für beide Bereiche werden Ausbildung, Pflichten und Rechte gemäss den Richtlinien des Schweizerischen Sigristenverbandes klar geregelt. Eine Person kann auch weiterhin beide Funktionen übernehmen. Als Sigrist oder Sigristin muss sie der evangelisch-reformierten Kirche angehören.

Die Bestimmungen über die Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker, über die Sekretärin und den Kassier der Kirchgemeinde sowie die Artikel zum Haushalt und zur Verwaltung der Kirchgemeinde werden den heutigen Praktiken angepasst und redaktionell überarbeitet. In den Archiven sollen die Unterlagen zu den Liegenschaften (Kauf, Renovation) unbefristet aufbewahrt werden. Mit diesen Artikeln haben die Delegierten am Samstag die Teilrevision des Kapitels über die Gemeinden abgeschlossen und das Thema „Kantonalkirche“ in Angriff genommen.

Synoden: Fünf Mal vier Stunden
Das gesetzgebende und leitende Organ der Kirche im Kanton ist die Synode. Sie tritt gegenwärtig einen ganzen Tag im Juni und im November zusammen; dazu können ausserordentliche Treffen – wie bei der nun laufenden Teilrevision der Regelwerke – stattfinden. Ihr Auftrag, die Amtsdauer und die Aufgaben bleiben nach der Revision etwa die gleichen wie bisher.

Doch neben den Themen rund um die Administration und ums „Geld“ soll an den Synoden mehr Zeit für den „Geist“, für die kirchlichen Fragen und für Begegnungen bleiben. Nach ausführlicher Diskussion haben die Delegierten beschlossen, künftig in der Regel fünf Mal jährlich, am Ende eines Nachmittags oder am Samstagvormittag für die Dauer von vier Stunden zu tagen.

Am 12. Mai wird die Revision fortgesetzt. Der Zeitplan sieht vor, alle Lesungen im Laufe des Jahrs 2012 abzuschliessen. Dazu sollten allfällige Anträge zur Vorlage vor dem Sommer eingereicht werden, mahnte Synodepräsident Frédéric Noyer.

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